Somatic Alertness and Acute Mountain Sickness: Untersuchung geschlechtsspezifischer Unterschiede bei der Symptomberichterstattung in der Capanna Regina Margherita (4.554 m)
Die akute Höhenkrankheit (AMS) wird über Fragebögen gemessen – was man fühlt und berichtet. Aber wenn Männer und Frauen Symptome unterschiedlich wahrnehmen und berichten, messen wir dann Biologie oder Wahrnehmung?
Einige Studien deuten auf eine höhere AMS-Prävalenz bei Frauen hin, aber die Literatur ist widersprüchlich. Hormonelle und vaskuläre Geschlechtsunterschiede könnten eine Rolle spielen – aber das ist nur eine Erklärung.
Frühere IRT-Analysen auf dem Annapurna Circuit zeigten eine ähnliche Skalenfunktion, aber eine Tendenz zu einer unterschiedlichen Berichterstattung gastrointestinaler Symptome. Wahrnehmungsunterschiede könnten die „Geschlechterkluft“ teilweise erklären.
Wir messen die somatische Wachsamkeit (Somatic Alertness): die Neigung, Körpersignale wahrzunehmen, zu interpretieren und zu melden. Wenn diese sich zwischen Männern und Frauen unterscheidet, könnte sie die Symptomwerte mitbestimmen.
AMS-Scores sind ein zusammengesetztes Signal. Dieses Modell zeigt, wie Physiologie, Wahrnehmung und Berichterstattungsstil gemeinsam das Messergebnis bestimmen.
4.554 m hypobare Hypoxie, Anstrengung, Akklimatisationsstatus
SpO₂-Abfall, Herzfrequenzänderung, Hyperventilation
Monitoring, katastrophisierende Interpretation, Verhaltensreaktion (SAAS-10)
LLS-Gesamt, AMS-C
Querschnittliche Beobachtungsstudie. Alle Messungen finden ≥ 4 Stunden nach Ankunft in der Hütte statt, während der Anfangsphase der Symptomentwicklung.
Eine Kombination aus demografischen Daten, validierten Fragebögen und nicht-invasiven physiologischen Messungen (7–10 Min. pro Teilnehmer).
Wesentliche Basisdaten: biologisches Geschlecht, Alter und bisherige Bergerfahrung (Akklimatisationshistorie).
Somatic Alertness at Altitude Scale. Misst die Neigung, Körpersignale wahrzunehmen, zu interpretieren und zu melden.
Internationaler Standard für AMS. Bewertet Kopfschmerzen, Magen-Darm-Symptome, Müdigkeit und Schwindel.
Environmental Symptoms Questionnaire. Gewichtete Berechnung für zerebrale Höhenkrankheitssymptome.
Bewertung der wahrgenommenen Anstrengung (Rating of Perceived Exertion). Trennt anstrengungsbedingte Müdigkeit von Hypoxiesymptomen.
Periphere Sauerstoffsättigung und Herzfrequenz über klinisches Nonin-Fingerpulsoximeter.
Alle erwachsenen Bergsteiger, die sich während der Forschungssaison 2026 in der Capanna Regina Margherita aufhalten.
Die Teilnahme ist einfach, freiwillig und dauert nur 9–12 Minuten. Alles findet in der Hütte statt.
Der Forscher erklärt die Studie und bittet um Teilnahme
Scannen Sie den QR-Code auf dem Poster in der Hütte oder Sie werden vom Forscher angesprochen
Lesen Sie die Informationen und geben Sie Ihre digitale Zustimmung via Castor EDC
Füllen Sie Demografie, LLS, ESQ-III, BORG und SAAS-10 digital aus (~9 Min.)
Kurze, nicht-invasive Messung mit Fingersensor (~2 Min.)
Die primäre Analyse prüft, ob die somatische Wachsamkeit (SAAS-10) mit der AMS-Schwere korreliert und ob dieser Zusammenhang zwischen Männern und Frauen abweicht.
Die primäre Inferenz basiert auf zwei parallelen Regressionsmodellen für die kontinuierlichen Endpunktmaße der Höhenkrankheitsschwere: dem Lake Louise Score (LLS) und dem AMS-C-Score.
In diesen Modellen wird die Assoziation zwischen somatischer Wachsamkeit (SAAS-10) und AMS-Schwere getestet, bereinigt um vorab spezifizierte Kovariaten: Alter, bisherige Höhenerfahrung, Einnahme von Schmerzmitteln oder Acetazolamid sowie körperliche Anstrengung (Borg-Score).
Da die genaue Verteilung der Endpunkte erst nach der Datenerhebung vollständig abgebildet wird, wird die endgültige statistische Methode (Generalized Linear Modeling) auf Basis der beobachteten Dateneigenschaften ausgewählt. Über den Interaktionsterm Geschlecht × SAAS-10 wird formell getestet, ob sich der Zusammenhang zwischen somatischer Wachsamkeit und berichteten Symptomen zwischen Männern und Frauen unterscheidet.
Logistische Regression für das Überschreiten diagnostischer Schwellenwerte: LLS ≥ 3 + Kopfschmerzen und AMS-C ≥ 0.7. Unterstützend, keine primäre Inferenz.
Initiale Validierung: explorative Faktorenanalyse (polychorische Korrelationen), interne Konsistenz und SAAS-8 Sensitivitätsanalyse (ohne invertierte Items 9 und 10).